Der Kampf gegen die sexistische Musikbranche

Aktualisiert: 26. Juli


Hallo liebe Safarimenschen :)


in der letzten Sendung haben Johannes und ich ein gesellschaftlich sehr relevantes und aktuelles Thema besprochen, denn es ging um die ungleichen Geschlechterverhältnisse in der Musikbranche. Hierzu haben wir euch das Festival Cock am Ring und die Keychange Initiative genauer vorgestellt.

Das Thema lag uns sehr am Herzen, da wir es unfassbar wichtig finden darauf aufmerksam zu machen, dass es für FLINTA+-Personen immer noch sehr schwer ist, in der Musiklandschaft Fuß zu fassen. Deshalb fasse ich euch diese informative Sendung hier noch einmal zusammen.


Außerdem hat der liebe Philipp noch einen Gastbeitrag zur Fête de la Musique für euch vorbereitet. Denn er ist als Außenreporter unterwegs gewesen und hat die schönsten Klänge und Gesänge aufgenommen, um euch die musikalische Vielfalt nochmal ganz in Ruhe präsentieren zu können.


Aber jetzt erstmal viel Spaß beim Lesen!




Kochkraft durch KMA

https://www.instagram.com/p/CeBXAUKt0A-/

Die Band Kochkraft durch KMA gründete sich im Jahr 2014 und setzt sich inzwischen aus Beray Habipper, Lana Van da Vla, Nicki Louder und Ficki Leandros zusammen. "Alles muss, nichts kann!" ist von Anfang an ihr eher postironisch angehauchtes Motto. Sie machen ihre eigenen Regeln und schaffen somit für ihre Musik eine bis dato noch nicht existierende Genretradition der "Neuen Deutschen Kelle", die ihre namentliche Inspiration in der "Neuen Deutschen Welle" fand.

Ihr Engagement in Sachen Geschlechtergerechtigkeit zeigen die vier Bandmitglieder:innen vor allem durch die Mitgründung des Festivals Cock am Ring. Dort und im gleichnamigen Sampler (zu dem ihr HIER gelangt) covern Künstler:innen Songs von bekannten männlichen Musikern und interpretieren diese neu.



Das Cock am Ring Festival


Das Festival findet wieder am 10. und 11. September in Münster in der Sputnikhalle statt und möchte den testosterongeladenen Line-Ups der großen Standardfestivals entgegenwirken. Denn bei den Festivals Rock am Ring und Rock am Park waren in den letzten zehn Jahren nur 4% der Acts FLINTA+-Personen (FLINTA steht für Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen und das “+” steht für alle die nicht cis-männlich sind oder sich in den eben genannten Begriffen wiederfinden können).

Das eingenommene Geld geht unteranderem an das Rock am Ring Festival, damit dieses sich zukünftig auch FLINTA+-Personen finanzieren kann, heißt es hierzu am Rande.

Außerdem hat das Label Ladies & Lady's das Festival und den Sampler mit erstellt. Sie benennen sich als das erste sexistische Lable weltweit, denn es fördert nur nicht männliche Künstler:innen, um der Männerdomäne im Musikbuissnes entgegen zu wirken.



Keychange


Die Keychange Initiative wurde 2015 von Vanessa Reed initiiert, um das Musikgeschäft geschlechtergerechter zu gestalten und den Teilnehmer:innen die Chance zu bieten, auf die Hauptbühnen und in die führenden Positionen der Branche aufzusteigen. Die Initiative wird vom Reeperbahn Festival in Deutschland, der PRS Foundation in Großbritannien und dem Musikcentrum Öst in Schweden geleitet. Inzwischen ist es ein globales Netzwerk und eine Bewegung, die vom Creative Europe-Programm der Europäischen Union unterstützt wird, um auf eine vollständige Umstrukturierung der Musikindustrie hinarbeiten zu können und die Gleichstellung der Geschlechter zu erreichen.

Eines der konkreteren Ziele ist, dass bis 2022 bei Festival-Line-Ups ein 50:50 Geschlechterverhältnis erreicht werden soll. Jedes Festival, das sich der Kampagne anschließt, verpflichtet sich, dieses Ziel umzusetzen. Lea Karwoth ist ein Teil des deutschen Teams von Keychange und sagt dazu: "Wir wollen nicht eine extra Bühne für Frauen schaffen, sondern Gleichberechtigung. Frauen sollen genau dort auftreten, wo Männer auftreten."

Beispielsweise haben sich das Reeperbahn-Festival in Hamburg und auch das deutsche Elektro-Festival Melt, den Zielen von Keychange verschrieben. Das Interesse an der Initiative steigt stetig an und somit wächst auch die Sensibilisierung innerhalb der Industrie.


Allerdings darf der Einfluss der Konsument:innen nicht unterschätzt werden. Denn je wichtiger die Geschlechtergleichheit für uns musikhörende Menschen letztendlich wird, desto mehr müssen sich die großen Festivals Gedanken über die Diversität ihres Line-Ups machen, wenn sie zukunftsfähig sein wollen.



Music Women* Germany

Die Initiative Music Women* Germany hat eine Datenbank entwickelt, die einen Überblick über Frauen im Musikbusiness gibt. Wenn z.B. für ein Programm oder Konzert noch eine Bassistin oder eine Schlagzeugerin gebraucht wird, dann kann man nach dieser in der Datenbank suchen.

Die Geschichte von Music Women* Germany beginnt auch im Jahr 2017. Denn zu diesem Zeitpunkt rückte die mangelnde Gleichberechtigung der Geschlechter immer mehr in den Mittelpunkt der Musikwirtschaftsverbände.

Zwei Jahre später war dann ein Konzept entstanden und auf dem Reeperbahn Festival in Hamburg startete die Initiative vor ca. 400 Zuschauer:innen die erste bundesweite Datenbank für Expert:innen und Künstler:innen. MW*G möchte unteranderem weitere Netzwerke in ganz Deutschland unterstützen, um gemeinsam die Gleichstellung der Geschlechter in der Musikbranche zu erreichen.



Fête de la Musique


Am 21. Juni hat sie seit zwei Jahren endlich wieder in Berlin stattgefunden: Die Fête de la Musique. Es ist eine Veranstaltung die primär in Kreuzberg gängig ist. Hierbei treten im gesamten Bezirk Amateur- und Berufsmusiker:innen, Performer:innen im Bereich Musik, DJs und viele weitere Künstler:innen im öffentlichen Raum, honorarfrei und ohne jegliche Eintrittsgelder zu verlangen, auf.

Die Gründung war bereits im Jahre 1981 und beruht auf einer Initiative von Jack Lang, dem damaligen französischen Kulturminister. Die erste offizielle Fête de la Musique fand dann am 21. Juni 1982 in Paris statt.



Das Besondere der Veranstaltung ist nicht nur, dass die Konzerte für jeden Menschen frei zugänglich sind, sondern vor allem sind die Orte, an denen performt wird, oftmals im positiven Sinne ungewöhnlich. Zum Beispiel hat Philipp Musiker:innen auf einem Friedhof und weitere Künstler:innen in den Prinzessinengärten ausfindig gemacht. Dieser dadurch entstehende Bruch macht jedes der Konzert umso einzigartiger.

Und um Philipps musikalische Tagesreise durch die Bezirke, auf der Suche nach guter Musik, noch intensiver nachempfinden zu können, dürft ihr gerne hier vorbeischauen:


Die Sendung als Podcast u.a. auf unserem Spotify-Kanal Hauptstadtsafari.

Und schaut auch gerne auf unserer Instagram-Seite vorbei, um auf dem neusten Stand zu bleiben!




Das wars auch schon wieder mit dem Beitrag und wenn euch das Thema der Geschlechterungleichheit auch so am Herzen liegt wie uns, sprecht gerne mit den Menschen in eurem Umfeld über die immer noch sehr ungleichen Geschlechterverhältnisse im Musikbuissnes!


Eure Anna Marie :)



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